Die
inzwischen am meisten angebaute Neuzüchtung hat in relativ
kurzer Zeit eine enorme Verbreitung gefunden. Die Hauptgründe
liegen in der Frosthärte und in ansprechenden, oftmals Riesling-artigen
Weinen sowie mengenmäßig relativ sicheren, üppigen
Erträgen bei zufriedenstellenden Mostgewichten. Kerner ist
eine Züchtung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für
Wein- und Obstbau in Weinsberg aus den Sorten Trollinger x Riesling,
deren Name auf den württembergischen Dichter Justinus Kerner
zurückgeht. Die größten Anbauflächen dieser
Neuzüchtung befinden sich in der Pfalz, in Rheinhessen, Württemberg
und an Mosel-Saar-Ruwer. Die Weine des Kerners sind frisch, rassig,
Riesling-ähnlich und haben ein fruchtiges, feines Bukett,
das gelegentlich einen leichten Muskatton aufweist.
Ortega
Die
frühreifende Kreuzung aus Müller-Thurgau x Siegerrebe
der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, Würzburg,
liefert selbst in ungünstigen Jahren sehr hohe Mostgewichte.
Dafür bauen die Säurewerte in warmen Jahren häufig
am Stock schnell ab. Die Ortega-Weine, die oft Auslese-Niveau
erreichen, zeichnen sich durch feine Frucht und ein pfirsichartiges
Bukett (ähnlich dem der Siegerrebe) aus. Als Spezialitäten
spielen die Spitzen-Ortegas fast ausschließlich in der Direktvermarktung
eine wichtige Rolle.
Chardonnay
Wie
viele andere alte Rebsorten hat auch der Chardonnay seinen Ursprung
in Vorderasien. Mit der Ausbreitung der Weinkultur kam die Sorte
nach Frankreich und fand insbesondere im Burgund eine neue Heimat.
Chardonnay ist eine der populärsten Rebsorten der Welt. In
Deutschland erfolgte die Zulassung im Jahr 1991. Inzwischen sind
bei uns mehr als 500 Hektar mit Chardonnayreben bestockt. Der
Duft von Melonen, exotischen Früchten, überreifen Stachelbeeren
oder auch nicht ganz reifen Äpfeln ist typisch für den
Chardonnay. Gehobene Qualitäten besitzen meist reichlich
Alkohol und Extrakt, sie sind stoffig und nachhaltig und werden
vielfach im Barrique ausgebaut.